Code of Conduct

Unsere Werte und Ziele

Wirtschaftliche Entwicklung setzt Menschen voraus, die Entscheidungen treffen und gemeinsam operativ umsetzen. Für uns ist wichtig, dass wir mit diesen Menschen gut zusammenarbeiten und ihnen zukunftsfähige Instrumente für ihre Entscheidungen geben. Diese Instrumente sind die Grundlage für ein besseres Wirtschaften. Ökonomisch erfolgreich zu sein, heißt für uns nachhaltig und gesellschaftspolitisch bewusst zu wirtschaften. Innovation und kreatives Wirtschaften wiederum setzt Diversität voraus, da aus der neuen Verbindung von vielfältigen Unterschieden die Impulse für Innovation entspringen.

Die Aufgabe eines Branchennetzwerkes sehen wir vor diesem Hintergrund darin, aufzuklären, Wissen und neue Perspektiven zu vermitteln, Brücken zu bauen und die praktische Umsetzung gemeinsam mit den Menschen in unserem Netzwerk zu entwickeln.

Daraus leiten wir unser Manifest ab:

  1. Vernetzt sind wir stärker
    Die Grundlage einer jeden Unternehmung ist Vertrauen, das ist die Basis, auf der sich Menschen verbinden. Es ist uns wichtig, dass bei Netzwerkveranstaltungen persönliche Beziehungen gepflegt werden. Um soziales Kapital zu gewinnen, braucht man in einem Netzwerk ein Gemeinschaftsgefühl.
    Wir verstehen uns weniger als Institution, sondern mehr als eine Community.
  2. Diversität bringt Kreativität und Innovation
    Wir sind offen für unterschiedliche Perspektiven, um uns stetig weiter zu entwickeln. Die Verbindung von Unterschieden macht das Neue. Innovation braucht Differenz. Menschen mit diversen Perspektiven haben das Potenzial, gemeinsam innovative Ideen zu schaffen. Wir sind eine diverse Plattform und ein offener sozialer Raum.
  3. Zukunftsfähigkeit durch Know-How
    Die Musikwirtschaft ist eine Branche in einem radikalen Wandel. Wir verstehen uns als Vorreiterin im Prozess der digitalen Transformation. Die Akteur:innen brauchen wissenschaftlich fundierte Szenarien und Strategien für ihre wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Die Musikbranche insgesamt braucht für zukunftsfähige Entscheidungen Ressourcen, wie Know-how und Skills.
    Unser Netzwerk schafft den Zugang zu Know-how und den Skills für die Zukunft.
  4. Bewusstes Handeln ermöglicht nachhaltiges Wirtschaften
    Wir sind davon überzeugt: Ohne Kenntnis der gesellschaftspolitischen Herausforderungen ist es heute nicht mehr möglich, erfolgreich zu wirtschaften. Wir müssen miteinander aushandeln, wie wir uns in unserer Gesellschaft aufstellen wollen. Dafür braucht es Wissen über viel Lebensbereiche, das ständig aktualisiert werden muss. Wir entwickeln mit unseren Netzwerkpartner:innen das Know-how für nachhaltiges Wirtschaften und stellen es der Branche zur Verfügung.
  5. Wir glauben an Debatte
    Die Transformation der Musikwirtschaft generiert eine Vielzahl von Verwerfungen und Konflikten. Wo finden wir die neuen Lösungen? Widersprüche kreieren Spannungsfelder; aus Spannungsfeldern entspringt Bewegung und Entwicklung. Deswegen ist Debatte in unserer Zeit so wichtig.
    Wir schaffen Freiräume für offenen Austausch, um durch Debatte zu neuen Lösungen zu kommen.
  6. Was bedeutet es, ein Musikstandort der Zukunft zu sein?
    Berlin hat ungenutzte Potenziale als Musikmetropole. Durch eine bessere Verbindung der vielen Segmente des Musikgeschäfts und allen nachgelagerten Dienstleister:innen sowie mit den anderen Teilmärkten der Tech- und Kreativwirtschaft können neue Potenziale erschlossen werden, die Berlin zu einem internationalen Zukunftsmarkt machen und allen Akteur:innen am Standort zu Gute kommen. Wir engagieren uns für eine Öffnungsstrategie der Branche wie auch für die unvoreingenommene Abbildung aller Segmente, Märkte und Nischen auf Augenhöhe. Wir verstehen uns als Plattform, auf welcher Akteur:innen und Unternehmen unterschiedlicher Größe und kommerzieller Orientierung zusammen kommen und unterschiedliche Positionen und Interessen austragen können, von der Content- bis zur Digitalwirtschaft, von Entertainment bis Underground, von der Urheber:in bis zur Verwerter:in, vom “Plattenboss” bis zur hochspezialisierten Freelancer:in.
    Wir schaffen gemeinsam mit unserem Netzwerk die Grundlagen für die Entwicklung des Musikstandortes Berlin.
Code of Conduct (CoC)

1. Unser Handeln im gesellschaftlichen Umfeld

  • Soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung
    • Die Beachtung der Menschenrechte und der fundamentalen Sozialstandards ist Grundsatz jedes menschlichen Zusammenlebens. Arbeitsbedingungen, die solche Rechte und Standards verletzen, widersprechen diesem Grundsatz. Das gilt innerhalb unseres Netzwerks ebenso wie in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartner:innen. Jede:r Mitarbeiter:in trägt in ihrem:seinem Zuständigkeits- und Einflussbereich die Verantwortung dafür, dass Menschenrechte und fundamentale Sozialstandards nicht verletzt werden.
    • Wir handeln nach unserem besten Gewissen und im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir praktizieren eine offensive Fehlerkultur, sind sehr interessiert an jeder Form von Feedback und überprüfen und korrigieren kontinuierlich unseren Weg.
  • Umwelt- und Klimaschutz
    • Bei der Umsetzung von Veranstaltungen (Energie, Müll, Catering, Mobilität) wird auf eine umweltfreundliche Durchführung geachtet. Auswirkungen auf Klima und Umwelt werden so gering wie möglich gehalten.
    • Bei dem allgemeinen Büroalltag wird ebenfalls darauf geachtet möglichst geringe Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu haben (Energie, Müll, Catering,..)
    • Sparsamer Umgang mit Unternehmensressourcen
    • Jede:r Mitarbeiter:in der BMC trägt durch sein individuelles Verhalten dabei die Verantwortung.
  • Auftreten und Kommunikation in der Öffentlichkeit
    • Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird respektiert. Wir verstehen uns als Plattform für freie Rede, natürlich innerhalb des Kontextes der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
    • Wir schützen die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre.
    • Jede:r Mitarbeiter:in kann auch im privaten Bereich als Repräsentant:in der BMC wahrgenommen werden und wird daher gebeten, durch ihr:sein Verhalten und Auftreten in der Öffentlichkeit und gegenüber Medien das Ansehen der BMC zu wahren.
  •  Diversität
    • Wir engagieren uns dafür, alle Arbeitsbereiche und Entscheidungsgremien so divers wie unsere Gesellschaft zu gestalten, um möglichst vielen verschiedenen Stimmen Entscheidungsmacht zu geben. Bei unseren Veranstaltungen streben wir an, in jedem Arbeitsbereich als auch auf der Bühne einen Standard von 50% an Frauen* zu erreichen. Eine Ausnahme gilt bei einem aussagekräftigen Grund.

Der Begriff “Frauen*” soll nicht nur alle sich als weiblich identifizierenden Personen mit einschließen, sondern auch Geschlechteridentitäten, welche jenseits der Geschlechterordnung von Frau und Mann existieren. Eine spezifische Benennung der jeweiligen Geschlechteridentitäten ist wichtig und soll hiermit nicht übergangen werden. Vielmehr hat der Begriff “Frauen*” einen historisch-empowernden Hintergrund. Häufig lässt sich nicht von anderen Geschlechteridentitäten sprechen, da in Studien zu Geschlechtergerechtigkeit nur die Erfahrungen von Frauen und Männern berücksichtigt wurden. Es bedarf weiterhin einer Aufarbeitung der Erfahrungen von nichtbinären, inter*, trans*, agender, genderqueer+ Personen in den Musikindustrien.

    • Bei der Besetzung von Jurys und anderen Entscheidungsrunden der Berlin Music Commission wird eine Frauenquote von 50 % berücksichtigt.
    • Bei der Aufstellung der Kandidat:innenlisten für die Wahlämter der Genossenschaft motivieren wir gezielt Frauen* und Menschen aller Nationalitäten, Religionen, sexueller Orientierungen, geschlechtlicher Identitäten, sowie aller Altersgruppen für eine Kandidatur.
    • Wir fördern eine Kultur der Wertschätzung und setzen uns generell für Vielfalt ein. Job-Bewerbungen insbesondere von BIPoC, Menschen aller Nationalitäten, Religionen, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, mit Behinderung, sowie aller Altersgruppen werden von uns sehr begrüßt.

2. Kolleg:innen und Mitarbeiter:innen

  • Arbeitsrecht
    • Einhaltung von Arbeitszeiten und der Urlaubsregelung
    • Einstellung von Mitarbeiter:innen -> Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist zu berücksichtigen.
    • Faire Entlohnung, basierend auf dem Landesmindestlohngesetz und angelehnt an den Tarifvertrag öffentlicher Dienst
    • Austritt von Mitarbeiter:innen -> Alle Unterlagen, firmeneigene Multimediageräte und Hardware müssen zurückgeben geben. Unternehmenseigene Daten auf Privatgeräten müssen unwiderruflich gelöscht werden. Alle Zugänge (digital, analog) sind zu sperren.
  • Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung
    • Kultur der Chancengleichheit, des wechselseitigen Vertrauens und gegenseitiger Achtung
    • Unterbindung von Diskriminierung und Rassismus bei der Einstellung von Mitarbeiter:innen sowie bei der Beförderung und Gewährung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
    • Alle Mitarbeiter:innen werden gleich behandelt, ungeachtet des Geschlechts, des Alters, der Herkunft, der Klassenzugehörigkeit, Kultur, Ethnie, sexuellen Identität und Orientierung, einer Behinderung und der Religionszugehörigkeit.
    • Alle sind verpflichtet, die persönliche Würde und Sphäre anderer Mitarbeiter:innen zu achten. Belästigungen und jede Form unerwünschter körperlicher Kontakte sind verboten.
    • Alle Mitarbeiter:innen haben das Recht auf faire, höfliche und respektvolle Behandlung durch Vorgesetzte und Kolleg:innen.
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
    • Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen ist gleichrangig dem Unternehmenserfolg. In jedem Fall sollte der Unternehmenserfolg niemals über beidem stehen. In besonderem Maße gilt das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, aber auch darüber hinaus.
    • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind essentieller Bestandteil der Betriebsabläufe
    • Jede:r Mitarbeiter:in hält sich an die Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, um die Sicherheit und Schutz im Arbeitsumfeld zu fördern.
  • Vermeidung von Interessenkonflikten durch außerdienstliche, politische oder private Betätigung
    • Alle Mitarbeiter:innen müssen die beabsichtigte Aufnahme einer ehrenamtlichen oder entgeltlichen Nebentätigkeit oder die Absicht einer aktiven unternehmerischen Betätigung der Personalleitung mitteilen.
  • Satzung der Genossenschaft
    • Die bereits bestehenden Vorgaben in unserer Satzung gelten weiterhin und dienen als Basis für den Code of Conduct (https://www.berlin-music-commission.de/satzung/).

3. Umgang mit Informationen

  • Vertrauliche Unternehmensinformation
    • Vertrauliche Informationen und Geschäftsunterlagen werden vor dem Zugriff und Einblick von externen Personen und sonstige Dritte in geeigneter Weise geschützt.
  • Datenschutz, Informationssicherheit und Schutz geistigen Eigentums
    • Der Schutz von personenbezogenen Daten (Mitarbeiter:innen, Mitgliedern Teilnehmer:innen, Gäst:innen und Kooperationspartner:innen) ist von großer Wichtigkeit.
    • Ohne eine gesetzliche Zulässigkeit oder eine Einwilligung der Betroffenen werden wir keine personenbezogenen Daten erheben oder verarbeiten.
    • Wir respektieren und schützen geistiges Eigentum jeglicher Art. Der Schutz geistigen Eigentums ist für uns als Netzwerk der Musikwirtschaft von wesentlicher geschäftspolitischer Bedeutung. Als geschütztes geistiges Eigentum werden, unabhängig von ihrem kommerziellen Wert, alle Produkte geistiger Arbeit bezeichnet. Dazu gehören unter anderem literarische Werke, Musik, Filme, Fernsehprogramme, grafische Arbeiten und Software. Geistiges Eigentum ist durch Gesetze (z. B. durch das Urheberrecht, durch Marken- oder Patentrechte) oder als Geschäftsgeheimnis geschützt. Als Verletzung geschützten geistigen Eigentums gelten z. B. die Aufführung, Verbreitung oder Ausstellung von urheberrechtlich geschützten Werken ohne entsprechende Erlaubnis und die unerlaubte Vervielfältigung bzw. Verbreitung von Kopien geschützten geistigen Eigentums.

4. Umgang mit Geschäftspartner:innen und Dritten

  • Geschäftliches Umfeld
    • Bei unseren geschäftlichen und gesellschaftlichen Netzwerkaktivitäten halten wir uns an die gesetzlichen Vorschriften.
    • Bei Empfang und bei der Vergabe von Spenden sind stets die gesetzlichen Vorschriften akurat einzuhalten.

5. Geltung, Umsetzung und Ansprechpartner*innen

  • Persönliche Integrität und ein sicheres Urteilsvermögen jeder:jedes Einzelnen sind durch nichts zu ersetzen. Um unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, kommt es darauf an, dass wir die für unsere Arbeit relevanten Gesetze und Vorschriften kennen und im eigenen Arbeitsumfeld persönliche Verantwortung für deren Einhaltung übernehmen.
  • Der Vorstand, die Mitglieder der Netzwerkgremien, die Repräsentat:innen der Arbeitskreise und die Music Ambassador:innen haben eine besondere Vorbildfunktion und lassen sich in ihren Handlungen im besonderen Maße an dem Verhaltenskodex messen. Der Vorstand ist der erste Ansprechpartner bei Fragen zum Verständnis der Regelungen. Es gehört es zu den Pflichten der Führungspersönlichkeiten, einmal jährlich den Code of Conduct mit den jeweiligen Teams zu diskutieren und mitzuhelfen die Kernaussagen bei allen Mitarbeiter:innen zu verinnerlichen.
  • Alle Personen mit Leitungsverantwortung beugen im Rahmen ihrer Führungsaufgaben nicht akzeptablem Verhalten vor bzw. ergreifen geeignete Maßnahmen, um Regelverstöße in ihren Verantwortungsbereich zu ahnden. Vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter:innen und Führungskräften zeigt sich in ehrlicher und offener Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung.
  • Ein Verstoß gegen den Verhaltenskodex kann für die Mitarbeiter:innen zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Alle Mitarbeiter:innen sind neben ihrer Vorbildfunktion angehalten, diesen Verhaltenskodex ins Netzwerk zu tragen.

Berlin, August 2021

Wir sind offen für Feedback und entwickeln unseren Code of Conduct stetig weiter. Bei Fragen oder Anregungen wendet euch an contact@berlin-music-commission.de